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Inder per Internet längst drin |
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AEB Systemhaus GmbH kooperiert seit Jahren mit asiatischen PC-Spezialisten Bad Wünnenberg-Haaren. Indische Informatiker in deutschen Unternehmen? Im Haarener AEB Systemhaus (zehn Mitarbeiter) sind sie seit vier Jahren fast Zuhause! Allerdings per Internet. Persönlich sind die PC-Programmierer aus Asien hierher "Nur zum Kennenlernen gekommen", wie Firmenchef Friedhelm Rehermann betont - sein Kompagnon Volker Dettelbach zum deutschen Green Card-Angebot für Inder: "Die jedenfalls wollen dort bleiben."
Den Mangel an geeigneten IT-Fachleuten können die AEB-Inhaber aus Büren allerdings unterschreiben. "Speziell wir als kleine Firma bekommen auf dem deutschen Markt keine passenden Leute", nennt Rehermann das Dilemma. Einstellungsversuche scheiterten an Gehaltsvorstellungen von Berufseinsteigern oder mangelnden Fähigkeiten der Kandidaten in der Probezeit.
Über verwandtschaftliche Beziehungen nach Indien fanden die AEB-Verantwortlichen geeignete Software-Experten. "Keine Programmier-Büttel", betont Rehermann, "sondern Diplom-Informatiker, die mindestens unseren Standard haben." Nach einer kurzen Probezeit mit einem Test-Projekt bewegten die Deutschen ihre indischen Partner dazu, eine eigene Firma für die Zusammenarbeit zu gründen. Ein Jahr dauerte es allerdings, bis sich die Inder in die deutschen Produkte mit ihren Spezialitäten eingearbeitet hatten. Der finanzielle Vorteil liegt für Rehermann auf beiden Seiten: "Klar sind die indischen Kräfte billiger, aber wir bezahlen sie überdurchschnittlich gut."
Als jüngstes Produkt der Kooperation ist eine mobile Datenerfassung für Krankenhäuser entstanden, die am Bürener St. Nikolaus-Hospital erstmals eingesetzt wird. Bei AEB in Haaren wurde das Konzept ausgearbeitet. Die technische Umsetzung übernahmen die indischen Programmierer. Einführung der Technik und Mitarbeiter-Schulung leisteten wiederum die hier Heimischen. 200 bis 300 E-Mails, eingeleitet häufiger von "Chats" mit Bildkontakt, liefen des Projektes durch die Datenleitungen. Für das nach Haaren umgesiedelte Unternehmen arbeiten inzwischen in Indien fünf feste Mitarbeiter, die sich wiederum zeitweise dreier weiterer externer Experten bedienen. Im Sommer wollen die Partner die Zusammenarbeit mit Gründung eines gemeinsamen "Joint Venture"-Unternehmens stärken.
Beim jüngsten Besuch in Indien hat der AEB-Chef auf dem Flughafen der Hauptstadt junge Leute zum deutschen "Green Card"-Thema befragt. Interesse zeigten seine Gesprächspartner höchstens an einer Arbeit in den USA. Sie sind in ihren Familien "verwurzelt", weiß Rehermann, und leben in ihrem eigenen Land als Programmierer recht gut. Im Zeitalter des Internets gäbe es keine Notwendigkeit, diese Spezialisten physisch vor Ort zu haben. In Haaren bildet AEB mittlerweile aber auch die erste Fachinformatikerin aus: "Da machen wir ebenfalls weiter."
Neue Westfälische 20.04.2000 |